Barfuß in Afrika...

Barfuß in Afrika...

ein Jahr Uganda!

Auf dieser Seite möchte ich Euch über meine – mal mehr mal weniger spannenden – Erlebnisse in Kampala berichten. Fühlt Euch herzlich eingeladen an meinem Freizeit- und Arbeitsleben teil zu nehmen! Gerne, könnt
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Liebe Grüße aus Nsambya, Kirombe

Lieblingsbuch

Über michPosted by Jenny Lindner Mon, November 17, 2014 14:25:37

Es klingt total kitschig – und normalerweise bekomm ich Ausschlag von zu viel Kitsch – doch dieser Beitrag geht an meine verstorbene Oma…

Vor meiner Abreise habe ich mir ein kleines Heft gekauft. „Lieblingsbuch“ steht auf dem Cover. In dieses haben mir nahestehende Menschen Worte der Erinnerung und Fotos eingetragen. Meine Absicht war es, einen Gegenstand zu haben, der mich an all meine Lieben erinnert… Gestern war es so weit: Ich öffnete zum ersten Mal das Buch, lass mir Texte durch, sah mir Bilder an… Den gestrigen Tag habe ich traurig erlebt, doch die Gründe sind nicht weltbewegend. Ich hätte gerne mit jemanden in meiner Muttersprache gesprochen, war aber nicht allein. Ein Kumpel war bei mir und sah sich mit mir die Fotos im Buch an. Das war das erste Mal, dass ich einem Ugander mein zu Hause, meine Freunde und Familie gezeigt habe. Geschichten über meine lebende und einzigartige Oma hat er schon viele gehört. Dieses Mal fragte er nach meiner zweiten Oma. Ich erwiderte nur, diese sei verstorben und blätterte zur nächsten Seite. Auf dieser befand sich das letzte Portrait von ihr. Er sah sich das Bild an... und haute tatsächlich raus: „Oh, deine Oma war heiß! Du kannst dich glücklich schätzen, diese Oma gehabt zu haben. Von ihr hast du die Schönheit, genauso wie deine Mama…“

Ich erzähle euch nichts Neues; es ist wichtig jemanden zu haben, mit dem man sich ernsthaft über Probleme austauschen kann. Genauso wichtig und schön ist es auch, jemanden zu haben, der dich mit Witz und Charme von deinen Sorgen ablenken kann! Jedoch bin ich unsicher, ob dies in dem Moment bewusste Absicht war :)

Für mich war dieser und bereits ein voriger Moment berührend, da meine Oma dadurch einen winzig-kleinen Teil an meiner Reise teilhaben konnte. Den ersten Moment habe ich in Deutschland auf einem Flohmarktverkauf erlebt. Mit dem Verkauf hatte ich Geld für das Jahr in Uganda gesammelt… Als ich ihre vergoldeten Teller verkaufen konnte, diese der Kundin überreichte und deren Geld dafür annahm, hat mich dieser Moment damals eingefangen. Ich war nicht traurig oder emotional, sondern glücklich, dass sie mich ohne ihre Anwesenheit unterstützen konnte.

Das soll´s gewesen sein mit dem kitschigen Blabla… es flogt wieder etwas Kulturelles :)



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